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Sonntag, 14. August 2016

Vom Zauber des Wassers

Wasser als fantastischer Spiegel
Welch starke Anziehungskraft eine Wasserlandschaft doch auf uns hat. 

Wasser . . . beileibe einfach unentbehrlich  . . . Elementar . . . Lebensquell und mit wunderbarem Symbolcharakter.


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Johann Wolfgang von Goethe

"Gesang der Geister über den Wassern"

Des Menschen Seele gleicht dem Wasser:
Vom Himmel kommt es, zum Himmel steigt es,
und wieder nieder zur Erde muß es.
Ewig wechselnd.
Strömt von der hohen, steilen Felswand
der reine Strahl, dann stäubt er lieblich
in Wolkenwellen zum glatten Fels,
und leicht empfangen wallt er verschleiernd,
leisrauschend zur Tiefe nieder.
Ragen Klippen dem Sturz entgegen,
schäumt er anmutig
stufenweise zum Abgrund.
Im flachen Bette schleicht er das Wiesental hin,
in den glatten See
weiden ihr Antlitz darin alle Gestirne.
Wind ist der Welle lieblicher Buhler;
Wind mischt vom Grund aus
schäumende Wogen.
Seele des Menschen, wie gleichst du dem Wasser!
Schicksal des Menschen, wie gleichst du dem Wind.

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